Der Staat in der scheinbar wohlwollenden Mutterrolle, der es seinen Kindern an nichts fehlen lässt …

Es macht den Anschein, dass immer mehr Menschen sich mehr Staat und weniger persönliche Freiheit wünschen.

Vor ein paar Tagen habe ich eine Frage gestellt – nach Freiheit und Eigenverantwortung und warum die Menschen sich so sehr davor fürchten?
Warum vertrauen so viele lieber auf den Staat und die Bevormundung durch ihn? An erster Stelle der Antworten stand: „Eigenverantwortung ist mühsam und bedeutet Arbeit“, gefolgt von „das die Menschen es in den staatlichen Bildungsinstituten nie besser gelernt haben“ und „Freiheit und Eigenverantwortung bedeuten, mittels logischem Denken für sein Tun gerade zu stehen.“

Die Menschen in unserem Land haben also den Mut verloren, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und ihre Chancen zu nutzen, weil sie es nicht besser gelernt haben oder es ihnen zu mühevoll ist.
Der Staat macht es ihnen ja auch einfach, er verleitet zur Hoffnung, dass er die persönliche Situation eines jedes Einzelnen viel besser zu regeln vermag als der Einzelne selbst. Anstatt die Bürger dabei zu unterstützen Anstrengungen auf die persönliche Verwirklichung auszurichten, werden die Menschen vom Staat dazu verleitet, ihre Energien im Wettstreit um die meisten staatlichen Hilfsmaßnahmen und Subventionen zu vergeuden. Das Wissen, wer wo mit welchem Formular welche staatliche Unterstützung erhält, wird zum Inbegriff des Daseins. Der Staat macht seine Bürger Stück für Stück mehr von sich abhängig.

Das ganze Strickmuster hat aber einen Fehler. Der Staat kann nur das Geld ausgeben, welches er vorher über Steuern seinen Bürgern abgenommen hat.
Der Wunsch der Bürger nach mehr staatlicher Fürsorge bedeutet also eine weiter steigende Abgabenlast. Es werden immer neue Gesetzte für neue Steuern erlassen und um das Fass ohne Boden zu stopfen, wird umverteilt und geschönt.
Den Menschen bleibt von ihrem eigenen erwirtschafteten Einkommen ein immer kleiner werdender Teil des Geldes übrig, über den sie selbst bestimmen können.

Dadurch ist Arbeit und Leistung zu erbringen weder im Niedriglohnsektor attraktiv noch bei höher bezahlten Beschäftigungsverhältnissen. Die Annahme von Jobs im Niedriglohnbereich lohnt sich nicht, weil die staatliche Leistung höher oder gleichhoch sind.
Dazu kommt, auch im höher bezahlten Bereich es immer schwieriger wird, Menschen zu finden, die Verantwortung und die daraus resultierenden mögliche Konsequenzen ihrer Tätigkeiten zu übernehmen. Wer möchte in der verantwortungsvollen Tätigkeit Verantwortung tragen, wenn er am Ende kaum seine eigene Existenz sichern kann?

Gefordert werden steigende Bruttoeinkommen – wer jedoch vom Bruttogehalt durch staatliche Steuern und Abgaben immer weniger Nettoeinkommen ausbezahlt bekommt, der merkt schnell, welche falsche Zielstellung damit verfolgt wird. Nicht der soziale Staat verhilft zu mehr Einkommen, sondern er ist erst die Ursache des stetig sinkenden Einkommens.

Blind fordern viele Menschen immer mehr staatliche Eingriffe, getragen von der Hoffnung, dass ihr Leben damit einfacher wird, verkennen sie aber die dazugehörige Umverteilungsmaschinerie. Der Staat kann keinesfalls Geld besser oder gar gerechter verteilen. Das merkt man schnell, wenn man von Amt zu Amt läuft, gezwungen endlos Formulare bei unzähligen Institutionen auszufüllen, um wenigstens einen Teil der bezahlten Steuern oder seine Unterstützungsleistungen einzufordern.

Deutschland braucht ein deutliches Bekenntnis, dass die Bürgerinnen und Bürger ihr Leben mit möglichst wenig staatlichen Bevormundungen regeln können. Die Politik muss Eigenverantwortung und Individualität zulassen. Anstatt mit der Angst der Menschen zu spielen, muss ihnen Mut gemacht werden.
Es ist nicht schwieriger, seine soziale Sicherung für Krankheit oder Alter ganz nach den eigenen Bedürfnissen selbst zu gestalten. Deutschland braucht keine weiteren staatlichen Geldtöpfe, aus denen die Menschen im Krankheitsfall oder im Alter keine Leistungen erhalten. Die Politik muss damit aufhören, die Bürgerinnen und Bürger für unmündig und dumm zu halten, um damit die staatlichen Eingriffe in das Private zu rechtfertigen.


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Karla Wagner, Jahrgang 1969, Vorstandsmitglied im Verein Liberale Zukunft Deutschland e.V. "Wer Politik macht, muss Rechenschaft von seinem Menschenbild ablegen können. Das liberale Menschenbild geht von zwei Grundkonstanten aus: Eigenverantwortung und Individualität."

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