Der libertäre Kulturkampf

Geht man mal aus dem Haus und unterhält sich ein wenig mit den
Leuten, so wird einem ganz mulmig. Viele Menschen regen sich über den Porsche
Cayenne Fahrer auf, weil der ja die Umwelt so schlimm verpeste. Ebenso ergeht
es den Menschen, welche teure Kleidung oder Schmuck tragen. Diese Personen
hätten sicher „Dreck am Stecken“ und könnten auch ganz bestimmt nicht auf
„ehrlichem“ Wege zu ein wenig Vermögen gekommen sein. Geht man nun einkaufen
und bleibt beim Tiefkühlfleisch stecken, Sünde! Einige Menschen halten
jegliche Fleischkonsumenten für böse (und erwähnen das auch bei jeder
Gelegenheit), viele andere wollen zumindest nichts mit Massentierhaltung am
Hut haben. Daher essen sie nur Fleisch vom persönlich bekannten Schlachter und
wenn man das selbst nicht tut, so wird man zumindest damit konfrontiert und
solle sich rechtfertigen.

Ich könnte noch viele weitere Beispiele bringen, aber die Aussage dürfte
bereits bei den meisten Leuten angekommen sein. Wer nicht der politischen
Korrektheit entspricht, habe sich zu rechtfertigen und sei ein Sünder (wenn
nicht sogar noch schlimmeres). Doch wie kann das sein, dass Verhaltensweisen
welche früher als normal oder gar chic galten, heutzutage böse und unerwünscht
sind?

Trotz ein paar Einschränkungen sind weder dicke Autos, noch teure Kleidung,
noch Fleischkonsum verboten. Aber trotzdem wollen immer mehr Menschen damit
nicht nur nichts zu tun haben, nein sie verdammen es und viele wollen es sogar
verbieten. Was ist passiert?

Vor ein paar Jahrzehnten dominierten Filme wie Goldfinger die Kinocharts.
Dieser Film machte den Aston Martin DB5 populär (Spritverbrauch ca. 15-20L /
100km). Außerdem ist James Bond für seine stilvolle Kleidung berühmt. Gleiches
lässt sich über Werbung und TV sagen, Errungenschaften der Marktwirtschaft
wie beispielsweise Wohlstand und technischer Fortschritt wurden nahezu
unangefochten gelobpreist.

Heutzutage ist das anders. Unzählige Werbespots haben Windräder im
Hintergrund, achten darauf wirklich jegliche Ethnie und Geschlecht zu
repräsentieren, bei „unangebrachter“ Wortwahl wird der Spot sofort aus dem
Programm genommen. Alle machen Werbung mit Labels wie „ökologisch“,
„nachhaltig“ und „fair(-trade)“.

Grundsätzlich ist weder gegen die Labels noch die Geschäftsmodelle etwas
einzuwenden, das Problem ist nur die Verteuflung aller Abweichler. Hier müssen
wir ansetzen.

Ja, Gespräche mit anderen Leuten helfen unseren Standpunkt zu erläutern und
Leute für unsere Bewegung zu gewinnen. Ebenso hilft manch ein Kommentar auf
einer Online-Plattform. Aber die meisten Leute trauen sich, selbst wenn sie
unserer Argumentation zustimmen, entweder nicht unsere Ideen zu vertreten
oder, was vermutlich die Mehrzahl betrifft, ihr Kopf stimmt uns zu, aber ihr
Herz widerspricht. Das ist unser Problem! Wir haben keine kulturelle Basis.

Ohne Kultur kannst du keine Massenbewegung werden. Marx etablierte eine
Kultur, Hitler gewann aufgrund einer nationalistischen Kultur, die moderne
rot-grüne Bewegung dominiert (siehe oben) aufgrund ihrer kulturellen Basis.
Nun kommen wir. Wir brauchen eine libertäre Kulturbasis!

Wie erreichen wir das? Beim nächsten DVD-Abend mit Kumpels schlagen wir Filme
mit libertärer Message vor, empfehlen und verschenken libertäre Literatur,
Musik, Games, etc. Achtung, wir wollen weder Leute manipulieren, noch unsere
Freunde mit unseren Ideen belästigen. Das bedeutet, wir schlagen Filme vor,
die zwar libertär angehaucht sind, aber sie sollten uns auch gefallen und
kompatibel zu den Vorlieben unserer Freunde sein.
Ist das nicht der Fall, so ereilt uns das Schulbuchdilemma. Die Bücher in der
Schule interessierten kaum einen und folglich wurden sie auch nur aus Zwang
gelesen, aber eine ernsthafte Reflexion oder gar ein tiefer gehendes
Beschäftigen mit Inhalt und Aussage fand nicht statt. Daher ist die oberste
Regel, nur eben solche Bücher, Filme etc. zu nehmen, die unseren Freunden und
Verwandten auch gefallen könnten. So können wir sie unverkrampft mit der
Thematik in Berührung bringen und bei Gefallen werden die meisten sicher noch
den zweiten Teil sehen wollen oder sich vielleicht anderweitig mit der
Thematik beschäftigen.
Ich persönlich habe mich durch die Fernsehserie „Black Sails“ gefragt, ob und
wie Justiz unter Piraten organisiert war. Wie ich herausfand, gab es zum
Beispiel feste Regeln auf den Schiffen und bei Konflikten richtete der Captain
oder ein anderes, zuvor festgelegtes, Crewmitglied. Staatenlose Piraten waren
also Anarchisten, aber trotzdem gab es Justiz und Recht.

Nun bleibt noch abschließend die Frage, was ist wenn unsere Idee von den
Sozialisten kopiert wird? Gar nichts, schon heute dominieren, wie oben
festgestellt, political correctness und linker Zeitgeist. Wir wollen das
Gefüge nur durchrütteln und eine libertäre Kultur mit freiheitlichem Zeitgeist
etablieren. Abgesehen davon wissen wir doch alle, unsere Ideen können jegliche
andere widerlegen. Daher brauchen wir keine Angst vor diesem kulturellen Kampf
zu haben. Nein, er wird uns zu einer Massenbewegung führen.

Vom heutigen Tage an sind Eigentum und individuelle Freiheit wieder etwas
erstrebenswertes. Gewalt und Kollektivismus verlieren an Zustimmung und werden
als das erkannt, was sie sind – böse und schädlich.

Etablieren wir die libertäre Kultur, den freiheitlichen Lifestyle, das
individuelle Streben nach Glück!

Zeit: 7. April 2015 um 14:27
IP Adresse: 23.27.220.93


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