„Sozialer“ Liberalismus – Eine Bürde für den Liberalismus?

Immer wieder wird der Liberalismus mit diesem Zusatz versehen. Ich frage mich ernsthaft – Warum?

Liberalismus bedeutet in seiner Übersetzung und Definition: FREIHEIT! Als Gesellschaftsform bedeutet es, dass jeder Mensch tun und lassen kann, was er will, solange er keinem anderen Schaden zufügt und dessen Freiheit einschränkt. Nun gibt es bei der Freiheit im Grundsatz keine zweite Deutung. Frei ist frei, jede Einschränkung von Freiheit negiert diese zum Unfreien.

Derzeit gibt es eine immer stärker werdende Bewegung aus dem Volk heraus, Freiheit – und zwar uneingeschränkte Freiheit – wieder zu erlangen. Dieses beschränkt sich nicht darauf, frei zu reisen und seine Meinung zu sagen oder zu entscheiden, welche Kleidung man trägt, sondern z. B. auch darauf, sich aus politischen Zwängen und daraus resultierende und auswuchernde Regulierungswut der Politelite zu befreien. Dieses erkennt man an Bürgerprotesten zur Energiewende, GEZ-Zwangssteuern, Glühbirnenverbot und Anderem. Würde man sich gegen alles zur Wehr setzen, kämen die Bürger vor lauter protestieren gar nicht zum Arbeiten. Nunmehr kann man ab September 2017 keinen Staubsauger mit mehr als 900 Watt mehr kaufen, keine ungiftigen Glühbirnen und so weiter. Freiheit lebt sich anders.

Zurück zum Liberalismus. Dieser hat einige wichtige Kernpunkte, die im Liberalismus erst wieder zur vollen Entfaltung kommen: Eigenverantwortung, Verantwortung gegenüber anderen Menschen und der Umwelt, Engagement und Selbstwertgefühl. Es gäbe noch viele weitere positive Wesenszüge des Liberalismus; wobei ich noch einen nennen möchte – er fördert und stärkt die soziale Kompetenz und ist damit aus sich heraus sozial – es ist sein Naturell!

Das Adjektiv „sozial“

Zurück zum Anfang und der Frage, ob ich Liberalismus mit einem Adjektiv „sozial“ versehen sollte und was bedeutet dieses. Dem Liberalismus steht Sozialismus diametral gegenüber, ist quasi der Gegenpart. Sozialismus dient der Umverteilung von fremdem Eigentum nach Gutdünken der herrschenden Politklasse um einen angeblich erforderlichen, sozialen Ausgleich zu schaffen und eine „soziale Gerechtigkeit“ zu erreichen. Da aber „soziale“ Gerechtigkeit in sich ungerecht ist (eingeschränkte Gerechtigkeit kann nicht gerecht sein) ist sozialer Liberalismus kein Liberalismus, da er sich diesem gegenüber im tiefsten Wesen, wie schon dargestellt, diametral verhält.

Für die liberale Szene und die Liberalismusbewegung in Deutschland ist der „soziale“ Liberalismus ein Stolperstein, weil er impliziert, dass Liberalismus in seinem ureigensten Wesen unsozial ist. Ansonsten müsste kein „sozialer“ Liberalismus angestrebt werden. Daher ergibt sich für mich folgendes Fazit:

  • Das Herausstellen eines „sozialen“ Liberalismus behindert die Verbreitung des Liberalismus als freiheitliche Gesellschaftsform durch gewollte oder ungewollte Irritierung der Menschen. Es wird fälschlicherweise suggeriert, Liberalismus sei unsozial.
  • Der Begriff „sozialer“ Liberalismus ist somit eine fatale Begleiterscheinung und Behinderung der freiheitlichen Bewegung.
Bildquelle:  Pixabay

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3 Kommentare

  • Antworten Oktober 13, 2014

    FDominicus

    Hier ein passender Kommentar aus einem anderen Blog
    http://www.ortneronline.at/?p=31556&cpage=1#comment-46536

  • Antworten Oktober 12, 2014

    FDominicus

    Ich habe den Begriff soziale Liberalismus so nicht gefunden. Sondern in der Form Liberalismus ist sozial, und das stimmt. Sozialer Liberalismus kann alles mögliche sein ist aber sicher nicht liberal.

  • Antworten Oktober 11, 2014

    Idahoe

    Wie wäre es nur einmal mit Logik?

    Eigentum basiert auf RECHT. Mit jedem Recht wird die Freiheit eingeschränkt. Recht bedingt Unrecht. Wo Unrecht herrscht, kann es keine Gerechtigkeit geben. Daraus folgt, das durch Recht NIEMALS Gerechtigkeit entstehen kann.
    Unrecht ist immer ein Zeichen für Unfreiheit.

    Menschen die WERTEN, sich oder andere, sind eben nur emotionalisierte Gläubige. Ein Mensch, der etwas weiß, muß gerade nicht werten, der muß auch keine emotionale Entscheidung fällen.

    Das Universum begegnet dem Hochmut des Gläubigen mit Ausgleich durch Degeneration.

    LERNEN bedingt Offenheit und keiner Ideologie.

    Umverteilung findet über den Zins statt, Steuern sind Rückverteilung.
    Das Problem ist euer eigener Glaube, gleich ob Staat oder Markt. Beides bedingt Herrschaft, beides beruht auf Ideologie.

    Der Liberalismus basiert auf einem Zirkelschluß. Der Liberale kann diesen durch die Wahrheit der eigenen Axiome nicht erkennen.

    Freiheit ist ein Zustand (zwischen Menschen) und kein Wert.
    Wer Freiheit bewertet, kann nicht frei sein.

    Insofern ist ein Zusatz das Soziale betreffend, das Zwischenmenschliche, tatsächlich unpassend.

    Das ist die ökotherische Leere.

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