Mythen der Demokratie – Der Kapitalismus – oder das, was wir dafür halten – Teil 3

Ein ähnliches Schicksal wie die Demokratie, allerdings in negativer Hinsicht, widerfährt dem Kapitalismus.

Eines vorweg – das, was wir seit vielen Jahren erleben, hat mit dem Ursprung nahezu nichts mehr zu tun – das, was wir seit vielen Jahren erleben, ist eine geradezu diabolische Vermischung aus Etatismus, autoritärem Korporatismus und Staatskapitalismus in seiner allerschlimmsten Ausprägung.

Unter dem Deckmantel der Demokratie bewegten wir uns zurück in die Zeiten des Merkantilismus des 16. Jahrhunderts. Diesem Ungetüm wird das Wort „Kapitalismus“ ans Revers geklebt und für alles verantwortlich gemacht, was schief läuft. Diese (bewussten) Begriffsverstümmelungen sind umso verwerflicher, da sie den eigentlichen Unhold nur für geübte Augen sichtbar macht.

Die deutsche Sprache ist grundsätzlich sehr präzise, es ist vollkommen unnötig, Dinge und Begebenheiten mit Worten zu besetzen, die von sprachlich ungenau bis zu vollkommen inkorrekt reichen. Da dies so ist, muss es böse Absicht sein, wenn unser pervers entartetes Gesellschaftskonstrukt als Kapitalismus bezeichnet wird.

Aus historischer Sicht hat die deutsche Abneigung gegen den Kapitalismus besonders tiefe Wurzeln.

In kaum einen Fach- oder Schulbuch findet sich die ursprünglich richtige Beschreibung, sondern immer nur die Brandmarkung der Auswüchse, die dem „Kapitalismus“ zugeschrieben werden. Dies hat verheerende Auswirkungen; es werden Kinder und junge Menschen in falscher Weise indoktriniert.

Ein Ausscheiden aus diesen Sprachvergewaltigungen ist nur denen gegönnt, die sich unserem Zeitgeist auf absolute politische Korrektheit widersetzen, sich ein eigenes, unvoreingenommenes Bild machen und sich erst danach eine Meinung bilden.

Aber was ist denn nun eigentlich „Kapitalismus“?

Der Kapitalismus, der es möglich gemacht, dass Millionen von Menschen aus bitterster Armut befreit wurden und die Chance hatten, ein zufriedenes Leben zu führen? Der Kapitalismus, der den Namen verdient, bezeichnet eine freie und offene Gesellschaft, die auf einem freien Markt und unter dem Schutz des jeweiligen Eigentums miteinander Handel betreibt.

Kapitalismus oder Marktwirtschaft bieten in ihrer unverfälschten, nicht manipulierten Form die Chance für jeden Einzelnen, etwas zur Bereicherung eines anderen beizutragen und dessen Leben zu verbessern. Selbstverständlich hat dies zur Folge, dass der Einzelne profitiert, aber wieso sollte dies etwas schlechtes sein? Etwas Schlechtes entsteht nur dann, wenn ein Individuum ausgenutzt und missbraucht wird.

In einer echten Marktwirtschaft wäre das jedoch gar nicht möglich, würde der Missbrauchte jederzeit auch mit anderen Marktteilnehmern Handel betreiben können und wäre somit weder erpressbar noch den Launen und Untaten des ehemaligen Handelspartners dauerhaft ausgesetzt. In einer echten kapitalistischen Welt ist der Verbraucher der Souverän, der Kunde ist König. Die Kunden entschieden, ob ein Unternehmer reich wird (weil er sinnvolle Dinge produziert) oder nicht.

In unserer heutigen Zeit allerdings haben sich diese grundsätzlich sinnvollen Mechanismen auf den Kopf gestellt. Heute ist es eben keinesfalls mehr so, dass nur die den Menschen zuträglichen Unternehmer reich werden – heute werden meist die reich, die die „richtigen Leute“ kennen. Zum Beispiel muss man bestimmte Glühbirnen kaufen und man muss an der Energiewende teilnehmen. Ausgewählte Unternehmen, die diese Leistungen anbieten, sind natürlich in geradezu unverschämter Form Nutznießer dieser Farce, die als Marktwirtschaft bezeichnet wird.

Versuchen Sie heute mal als Einzelperson eine Selbstständigkeit zu starten – Ihre Idee und Ihr Produkt können noch so großartig sein; wenn Sie es nicht schaffen, die Hürden der Bürokratie und der Eingriffe durch unendliche Vorschriften und Regulieren zu umschiffen, dann hilft Ihnen das alles nichts. Selbst wenn Sie die Anfangsschwierigkeiten erfolgreich hinter sich gebracht haben – haben Sie erst einmal richtig Erfolg, werden Sie die „gutmeinenden Ratschläge“ der Etablierten, die es sich am Subventionstrog bereits gemütlich gemacht haben und die unter gar keinen Umständen auf die Vorteile verzichten werden, absolut sicher zu spüren bekommen.

Der Reiz unternehmerischer Tätigkeit lag vor langer Zeit darin, wirtschaftlich unabhängig zu werden,

indem man Produkte verkauft oder Dienstleistungen anbietet, die anderen Marktteilnehmern nutzen. Mittelständische und Kleinbetriebe waren immer ein Garant dafür, dass Menschen einer Arbeit nachgehen und diese auch wechseln konnten, wenn die Rahmendaten nicht mehr stimmten. Davon ist kaum noch etwas übrig geblieben. Die Macht über herzustellende Produkte, angebotene Dienstleistungen und die damit verbundene Umgangsweise mit den entsprechenden Mitarbeitern obliegt immer mehr einigen wenigen Großunternehmen, die diese Macht in brutaler Weise für sich zu nutzen wissen und dabei von der Politik bestmöglich unterstützt werden.

Zudem arbeiten in Deutschland mehr Menschen im Staatsdienst als dass es Selbstständige gibt, wir haben Abgabenquoten von bis zu 70 %, die Unternehmerrendite liegt bei durchschnittlich 2%, wir haben staatlich regulierte Arbeitsmärkte, fast 40 % der Menschen leben von Staatsleistungen, mehrere hunderttausend Betriebe unterliegen staatlichen Eingriffen, an überwältigend vielen Großunternehmen ist der Staat maßgeblich beteiligt: trotzdem sprechen wir von Kapitalismus. Ständig werden Großbanken mit Unmengen an aus der Luft geschöpftem Geld „gerettet“ und trotzdem sprechen wir von Kapitalismus.

All das ist „Kapitalismus“ nicht!

Kapitalismus ist der freie Handel freier Menschen. Wenn Fehler passieren, hat man die Verantwortung zu übernehmen. Man darf sich über die Gewinne freuen (sofern sie auf ehrlichem Wege erwirtschaftet wurden) und man muss die Verluste verantworten (sofern man auch wirklich dafür verantwortlich ist). Nicht mehr und nicht weniger!

„Ich möchte mit Dir Geschäfte machen und Du mit mir!“ und „Ich gebe Dir meine Hand darauf“ – können Sie sich an diese einfachen, aber vollkommen ausreichenden Worte der Vergangenheit erinnern? Das war Kapitalismus – Handel, der in früheren Zeiten mit „Kaufmannsehre“ betrieben wurde. Aufrichtig, geradlinig, unverfälscht!

Wenn man Erfolg hatte, durfte man ihn für sich beanspruchen und wurde für diesen Erfolg respektiert. Wenn man scheiterte – was nun mal auch zum Geschäftsleben dazugehört – stand man dazu. Man musste einsehen, dass man etwas falsch gemacht hatte und dafür die Verantwortung übernehmen. Und wie sieht die Welt heute aus?

Es wird alles „gerettet“, obwohl der „Glückselige“ entweder durch Missmanagement, Überschätzung oder einfach, weil sich für die Produkte aufgrund von mangelnder Attraktivität keine Kunden mehr finden, grundsätzlich nicht mehr zu retten ist. Bei Erfolg sieht man sich dem Vorwurf des „üblen Kapitalisten“ ausgesetzt, der andere ausbeutet.

Fehlverhalten wird belohnt, allerdings nur dann, wenn das Unternehmen groß genug ist und im Aufsichtsrat ganz sicher noch ein ehemaliger Politiker sitzt. Ist das Unternehmen jedoch „nur eine kleine Butze“, schlägt die ganze Härte des Gesetzes durch – da wird nichts verziehen und schon mal gar nicht gerettet. Fehlverhalten endet im schlimmsten Fall im Gefängnis! Das ist Rechtsverdrehung und Klientelpolitik, aber vor allem hat es nichts mit dem zu tun, was der Kapitalismus ursprünglich einmal für die Menschen an Vorteilen mit sich bringen sollte.

Es ist bitter, wenn perverse Auswüchse, Rechtsverletzungen am Fließband und gelebte Unverantwortlichkeiten dem Kapitalismus zugerechnet werden. Das „kapitalistische“ System ist nur noch ein Schein seines Selbst und die „Kapitalismusgegner“ werden vor lauter Begeisterung in die Hände klatschen. Endlich ist es tot, dieses Monster. Das allerdings das falsche Monster zur Strecke gebracht wurde und niemand so recht erklären kann, woher denn nun das Geld für die zu verteilenden Wohltaten kommen soll – nun ja, diese Gedanken sind dann wohl eher wieder „schlechtmenschlich“ und nur dem schnöden Mammon gewidmet.

Es stimmt, das Finanzwesen ist nicht produktiv, es ist korrupt, es ist verdorben und die Fäulnis stinkt mittlerweile zum Himmel; dies ist aber nicht ein Resultat des Kapitalismus.

Unsere Politik verwandelte ein Wirtschaftssystem praktisch in eine Staatsform, welche die eigentliche Demokratie ersetzen soll – durch unentwegte, unbekümmerte und planlose Eingriffe, ohne die vollen Konsequenzen zu kennen oder sich um die Wirkungen auf die Betroffenen zu scheren.

Schon seit Ende des „Wirtschaftswunders“ sind sämtliche Regierungsparteien Komplizen in der eigennützigen Zerstörung eines rationalen, gerechten und überschaubaren Systems. Rechenschaft, Selbstverantwortung und ethische Grundsätze wurden die ersten Opfer dieses „ökonomischen Frankensteins“.

Mythen der Demokratie – Teil 1
Mythen der Demokratie – Teil 2

Bildquelle: Meyhome / pixelio.de

 

 


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4 Kommentare

  • Antworten August 12, 2014

    Francisco d'Anconia

    Sehr guter Artikel

    Passt zu *meiner* Rede in *Atlas Shrugged – Wer ist John Galt* von Ayn Rand

    http://capitalismmagazine.com/2002/08/franciscos-money-speech/

    😉

  • Antworten August 8, 2014

    FDominicus

    Das Video ist allererste Sahne.

  • Antworten August 7, 2014

    Sozialistenfresser

    Auch FreiwilligFrei
    hat eine wahre und klare, somit vernichtende

    Nachricht an das vor allem deutsche Stimmvieh

  • Antworten August 7, 2014

    Karl Howeg

    Frage mich auch immer: Wenn die Sozialisten nicht einmal Faschismus von Kapitalismus unterscheiden können, wie wollen sie dann guten Sozialismus von schlechtem Sozialismus unterscheiden?

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