Eine Ode an das Eigentum

Ich will heute eine Lanze für das Konstrukt „Eigentum“ brechen. Wenn ich voll und ganz über eine Sache entscheiden kann, bin ich Eigentümer. Wenn ich eine Sache nur geliehen bekomme, meine Mietwohnung z.B., dann bin ich lediglich Besitzer. Dann habe ich mich an die Wünsche des Eigentümers zu halten und die Sache pfleglich zu behandeln. Außer es wurde etwas anderes abgemacht. Respekt und Freiwilligkeit spielen hier eine große Rolle.

Eigentum bedeutet auch, die Freiheit zu haben, andere von der Nutzung auszuschließen. Wenn ich nicht möchte, dass fremde Menschen oder Hunde  mein Grundstück betreten, kann ich einen großen Zaun darum bauen. Wer Zugriff auf mein Eigentum haben will, kann dies nur tun, wenn ich es jener Person gestatte: entweder ohne Gegenleistung oder als Tausch. Kurz: über den freiwilligen und friedlichen Weg. Der einzig andere Weg wäre unter Androhung oder Durchsetzung von Gewalt.

Auch Sozialarbeiter nutzen das Konzept des Eigentums. In vielen Städten gibt es für kriminelle Heranwachsende Programme, die ob ihrer Einfachheit schlichtweg überzeugend sind. Die jungen Menschen werden Eigentümer und erhalten Verantwortung für einige Quadratmeter Garten. Die einzige Aufgabe: Der Garten muss gepflegt werden, sodass er gedeiht und eventuell auch Tomaten oder Salatköpfe hervorbringt. Dieser Prozess führt zu einem echten Verständnis von Respekt vor den Früchten der Arbeit anderer Menschen und entsprechend deren Eigentum.

Eigentum befördert Kooperation, Frieden und Wohlstand. Die Logik ist so einfach wie selten zu hören: Ein einzelnes Individuum wird so handeln, dass es ihm gut geht.

Ich weiß nicht, wie schlecht es uns Westeuropäern gehen würde, wenn es keine Eigentumsregelungen gegeben hätte. Dass linke und rechte Sozialisten sowie einige demokratische Parteien schon immer Gemeineigentum schaffen wollten, kommt natürlich nicht von ungefähr. Genießen Sie also die Souveränität, über Ihr privates Eigentum nach eigener Fasson zu entscheiden: Teilen, verschenken, behalten, pflegen, zerstören, vermieten, verkaufen.

Lesehinweis: Wussten Sie, dass es den Thanksgiving Day fast nicht gegeben hätte? Der Versuch, die Kolonien gemeinwirtschaftlich zu versorgen, schlug dramatisch fehl. Immer weniger Menschen haben hart gearbeitet, sodass die Ernte immer geringer ausfiel. Erst als das Land aufgeteilt wurde und jeder privat angebaut und mit anderen getauscht hat, konnte die Katastrophe abgewendet werden. Hier die ganze Geschichte.

Foto: Jakub Sproski  / pixelio.de


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