Das staatliche Papiergeldmonopol: Eine Zeitreise in die Vergangenheit

3 Kommentare

  • Antworten Januar 15, 2014

    Stefan Wehmeier

    „Der Zins ist ja sicher ein besonderer Reiz für den Sparer. Aber nötig ist dieser besondere Reiz nicht. Der Spartrieb ist auch ohne diesen Reiz stark genug. Übrigens, so kräftig der Zins als Sparreiz auch wirken mag, so ist er doch keinesfalls stärker als das Hindernis, das der Zins dem Sparer errichtet. Infolge der Zinslasten heißt sparen heute für die Volksmassen – entsagen, entbehren, hungern, frieren und nach Luft schnappen. Denn gerade durch den Zins, den der Arbeiter erst für andere aufbringen muß, wird der Arbeitsertrag so stark beschnitten, daß in der Regel der Arbeiter an Sparen überhaupt nicht denken kann. Ist also der Zins ein Sparreiz, so ist er in noch stärkerem Grade ein Sparhindernis. Der Zins beschränkt die Sparmöglichkeit auf ganz kleine Kreise, und die Sparfähigkeit auf die Wenigen aus diesen Kreisen, die den nötigen Entsagungsmut dazu haben. Sinkt der Zins auf Null, so steigt der Arbeitsertrag um den vollen Betrag der Zinslasten, und entsprechend erweitert sich die Sparmöglichkeit und Sparfähigkeit. Und es ist doch sicher leichter, von 200 Mark, als von 100 Mark 5 Mark zu sparen. Und wahrscheinlich wird derjenige, der durch die Zinsaussichten mitbestimmt wurde, bei 100 Mark sich und seinen Kindern 10 Mark am Munde abzusparen, bei 200 Mark ohne jenen Reiz, aus natürlichen Spartrieben, wenn auch nicht 110 Mark, so doch erheblich mehr als 10 Mark sparen.“

    http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/gesell/nwo/5_5.htm

    Beim Studium des ganzen Kapitels – oder besser des ganzen Buches – klären sich auch alle anderen Denkfehler auf der Grundlage einer a priori fehlerhaften Geld- und Bodenordnung, die aus der Marktwirtschaft – von einem Krieg bis zum nächsten und dazwischen mit exponentiell steigender Tendenz – eine kapitalistische Marktwirtschaft macht.

    In der vom Privatkapitalismus (Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz) befreiten Marktwirtschaft können verdiente Knappheitsgewinne aufgrund eigener, technologischer und kultureller Innovation (der eigentliche Antrieb unternehmerischen Handelns) nicht mehr durch unverdiente Knappheitsgewinne (Zinsen, Renditen, Spekulationsgewinne und private Bodenrenten) von Sparern, die sich für „große Investoren“ halten, geschmälert werden, sodass die Natürliche Wirtschaftsordnung (Freiwirtschaft = echte Soziale Marktwirtschaft) nicht nur die gerechteste, sondern auch die innovativste Wirtschaftsform darstellt, in der sich der eigenverantwortliche und kreative Mensch frei entfalten kann.

    Die Beseitigung des Urzinses beendet den quantitativen Wachstumszwang sowie den Verschuldungszwang und führt zu einem grundsätzlich geänderten Verhältnis von Kultur und Natur durch den Wegfall der Rentabilitätshürde: Innovative, mittelständische Unternehmen werden konkurrenzfähiger als Konzerne (diese zerfallen in kleinere, effektivere und selbständige Einheiten), regenerative Energien verdrängen auch ohne Subventionen die fossilen Energien, vollständiges Recycling wird wirtschaftlicher als Raubbau und Müllhalden, Individualität und Vielfalt ersetzen Vermassung und Eintönigkeit, und nicht zuletzt der Weltfrieden wird zur selbstverständlichen Realität.

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/10/geld.html

  • Antworten Januar 15, 2014

    Dr_Schnackels

    Silvio Gesell und Keynes haben eins gemeinsam… sie hatten keine Ahnung oder waren einfach gekauft.

    Sparen erhöht den Wohlstand einer Gesellschaft, nicht der Konsum! Wir können uns nicht Reich konsumieren (Roland Baader).
    Sparen ist existenztiell für den Aufbau der Altersvorsorge und Zeiten der Not, sowie zum Akkumulieren von Geld um damit Unternehmungen zu finanzieren/Gründen/Unterstützen.

    Gesell, Keynes und andere Staatsmonopolisten liegen in ihren Thesen und Annahmen grundlegend falsch. Der Keynesianismus ist die vorherrschende Lehrmeinung in der Wirtschaftslehre und an Dummheit nicht mehr zu überbieten.

    Dann lieber die Lehren von Hayek und Mises.

  • Antworten Januar 3, 2014

    Stefan Wehmeier

    Was ist die „Finanzkrise“?

    „Der Sparer erzeugt mehr Ware, als er selbst kauft, und der Überschuss wird von den Unternehmern mit dem Geld der Sparkassen gekauft und zu neuen Realkapitalien verarbeitet. Aber die Sparer geben das Geld nicht her ohne Zins, und die Unternehmer können keinen Zins bezahlen, wenn das, was sie bauen, nicht wenigstens den gleichen Zins einbringt, den die Sparer fordern. Wird aber eine Zeitlang an der Vermehrung der Häuser, Werkstätten, Schiffe usw. gearbeitet, so fällt naturgemäß der Zins dieser Dinge. Dann können die Unternehmer den von den Sparern geforderten Zins nicht zahlen. Das Geld bleibt in den Sparkassen liegen, und da gerade mit diesem Geld die Warenüberschüsse der Sparer gekauft werden, so fehlt für diese jetzt der Absatz, und die Preise gehen zurück. Die Krise ist da.“

    Silvio Gesell („Die Natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld“, 1916)

    20 Jahre später bezeichnete der „Jahrhundertökonom“ J. M. Keynes in seiner „Allgemeinen Theorie (der Beschäftigung der Politik)“ dieses Phänomen, das sich zwangsläufig aus der Verwendung von hortbarem Geld mit Wertaufbewahrungs(un)funktion (Zinsgeld) ergibt, als „Liquiditätsfalle“ – und beschrieb zwei Mittel, um sie hinauszuzögern: Erhöhung der Staatsverschuldung mit Ausgabe des Geldes für Projekte, die den Zinsfuß nicht senken (Löcher graben und wieder zuschaufeln, Kriegsrüstung, etc.), und Geldmengenausweitung.

    Um aus der Liquiditätsfalle herauszukommen, gibt es bei der weiteren Verwendung von Zinsgeld nur eine Möglichkeit: Eine umfassende Sachkapitalzerstörung muss den Zinsfuß anheben. Diese früher sehr beliebte „Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln“ konnte jedoch nur solange der „Vater aller Dinge“ sein, wie es noch keine Atomwaffen gab!

    Was ist Politik?

    „Im Grunde ist Politik nichts anderes als der Kampf zwischen den Zinsbeziehern, den Nutznießern des Geld- und Bodenmonopols, einerseits und den Werktätigen, die den Zins bezahlen müssen, andererseits.“

    Otto Valentin („Warum alle bisherige Politik versagen musste“, 1949)

    Was nun?

    „Ich finde die Zivilisation ist eine gute Idee. Nur sollte endlich mal jemand anfangen, sie auszuprobieren.“

    Sir Arthur Charles Clarke (1917 – 2008)

    Der längst überfällige, eigentliche Beginn der menschlichen Zivilisation setzt die Überwindung der Religion voraus, die den Kulturmenschen „wahnsinnig genug“ für ein darum bis heute fehlerhaftes Geld machte, lange bevor diese seitdem grundlegendste zwischenmenschliche Beziehung wissenschaftlich erforscht war:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/11/einfuhrung-in-die-wahrheit.html

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